bet haskala  

Die kleine Synagoge im Norden Berlins

 
 

Gedanken zum Giur 


Eine große Zahl patrilinearer Jüdinnen und Juden sowie Menschen mit anderem jüdischen Familienhintergrund, haben den Wunsch, halachisch anerkannt zu werden.

Vielfach wird auch von Nichtjuden der Wunsch geäußert, dass sie aus den unterschiedlichsten Beweggründen zum Judentum konvertieren wollen.

Ein solcher Wunsch ist ein sehr persönlicher Schritt, der beinhaltet, dass man sein weiteres Leben nach den Regeln und Vorschriften der jüdischen Religion gestalten will.

Wenn dieser Wunsch in einem Menschen reift, wird er sich erst einmal innerlich sehr intensiv mit diesen Gedanken beschäftigen und sich aus den unterschiedlichsten Quellen Informationen holen. Dazu gehört der Besuch von Gottesdiensten in verschiedenen Gemeinden und ein erstes Selbststudium der biblischen, nachbiblischen und außerbiblischen Literatur.

Wenn der Punkt erreicht ist, dass man sich sicher ist, ein jüdisches Leben führen zu wollen, dann sollte man auch damit beginnen.

Erst wenn man als Jude lebt und die religiösen Pflichten erfüllt, ohne dass man religiöse und liturgische Rechte hat, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man sich an eine Gemeinde oder einen Rabbiner wenden sollte, um über den weiteren möglichen Weg zu sprechen.

Jeder Mensch kann für sich selbst entscheiden als Jude zu leben, aber erst die Anerkennung innerhalb einer Gemeinde und letztendlich eines Bet Din bezeugt zu einem nicht festzulegenden Zeitpunkt, ob die jüdische Gemeinschaft der Meinung ist, dass man wirklich im Judentum angekommen ist und von dieser anerkannt wird.

Jude werden ist nicht das Ende eines Konversionsprozesses, sondern ein Weg, bei dem am Ende einer ersten Etappe die Aufnahme in das Volk der B’nej Israel bestätigt wird und dann beginnt der lebenslange Prozess, sich in diese Gemeinschaft durch die jüdischen Tugenden, die Einhaltung der Mitzwot, einzubringen.

        

Wir als Gemeinde können die erste Etappe begleiten. Wir werden das nach eingehenden Gesprächen tun, die uns von der Ernsthaftigkeit dieser Entscheidung überzeugen, aber wir werden niemanden auffordern, diesen Weg zu beschreiten.



Weitere Informationen und Hinweise

gibt es in nebenstehender Broschüre